| |
Aufschub des Urteils
Beim vertikalen Denken muß man auf jeder Stufe recht haben. Auf jeder Stufe
spricht man ein Urteil aus. Man darf keinen Schritt machen, der nicht richtig ist.
Man darf keine Anordnung von Informationen akzeptieren, die nicht richtig ist.
Die Notwendigkeit, ständig recht zu haben, ist der größe Riegel für neuen
Ideen. Es ist besser so viele Ideen zu haben, dass einige ruhig falsch sein
können, als immer recht zu haben und überhaupt keine Ideen.
Recht zu haben birgt folgende Gefahren:
-
anmaßende Sicherheit zieht Gedankengänge nach sich, die in sich
korrekt, deren Voraussetzungen aber falsch oder nicht gegeben sind.
-
Unrichtige Gedanken werden zu früh aufgegeben, auch wenn sie zu
richtigen Gedanken führen können.
-
Die Annahme, recht zu haben, reicht als Rechtfertigung der Lösung aus.
Beim lateralen Denken darf man auf dem Weg Unrecht haben. Man darf selbst
ungültige Anordnungen von Informationen anwenden, um eine gültige
Umstrukturierung zu erreichen. Wichtig sind nicht selbst die Anordnungen von
Informationen, sondern, wohin diesen Anordnungen führen können. Jede
einzelne Anordnung wird nicht beurteilt. Auf die Urteile wird nicht ganz verzichtet,
sie werden auf später verschoben.
In der Praxis führt das Prinzip zu folgenden Verhalten:
-
Beurteilung oder Wertung einer Idee werden als nicht so wichtig angesehen.
-
Wenn die Ideen offensichtlich falsch sind stellt man die Fragen, warum die
Ideen falsch sind und ob sie nützlich sein können.
-
Auch aus einer eindeutig falschen Idee zieht man so viel wie möglich Nutzen.
-
Weitere Verfolgung einer Idee.
|