Buklet 1a Selbsverständlichkeit

Bei der Auseinandersetzung mit Situationen oder Problemen müssen viele Dinge als gegeben hingenommen werden. Meist gehen wir Probleme an, ohne uns der Voraussetzungen bewußt zu sein, die wir an eine Lösung anlegen. Dadurch schränken wir den Suchraum für Problemlösungen unnötig ein. Doch jede dieser Voraussetzungen ist ein Klischeemuster, das umstrukturiert werden kann, damit sich die vorhandenen Informationen wirkungsvoller anwenden lassen. Wir müssen uns der Voraussetzungen, die wir an eine Lösung stellen, bewußt machen. Sie dürfen nicht implizit und verborgen bleiben. Sonst laufen wir in Gefahr, sie als selbstverständlich zu betrachten.

Ziel des lateralen Denkens ist es, jede Voraussetzung und Annahme in Frage zu stellen, denn das laterale Denken versucht, alle Muster umzustrukturieren. Auch wenn über eine Annahme allgemeine Übereinkunft besteht, ist das keine Garantie dafür, dass sie richtig ist. Die Tradition hält die meisten Annahmen aufrecht, - nicht die wiederholte Überprüfung ihrer Gültigkeit.

Beim Lösen von Problemen setzt man stets gewisse Grenzen voraus. Sie erleichtern die Lösung, da sie das Gebiet einschränken, in welchem die Lösung gefunden werden soll. Wenn man Voraussetzungen anzweifelt, dann stellt man gleichzeitig die Notwendigkeit von Grenzen und Einschränkungen und die Gültigkeit von individuellen Auffassungen in Frage. jede Voraussetzung, welcher Art die auch sei, kann in Frage gestellt werden. Es geht  nicht darum, Voraussetzungen und Annahmen als falsch anzugreifen oder bessere Lösungen anzubieten. Das laterale Denken soll einfach den Versuch unterstützen, Muster umzustrukturieren.