Buklet 1a MindMapping

Diese Methode taucht in der Klassifikation der Methoden nicht auf, denn sie ist vom Ablauf her ein klassisches Brainstorming verbunden mit einer speziellen graphischen Darstellung.

Das Mind Mapping wurde von einem Engländer namens Tony Buzan vor ungefähr 25 Jahren basierend auf den Erkenntnissen der Gehirnforschung entwickelt. Diese besagen, dass die beiden Gehirnhälften, die sogenannte rechte und linke Hemisphäre, viel flexibler und beweglicher zusammen- arbeiten als bisher vermutet. Die strikte Aufgabentrennung der beiden Gehirnhälften (rechts: ganzheitlich, visuell, räumlich, mathematisch; links: verbal, analytisch, rational, zeit-orientiert, Kunst, Literatur) lässt sich nach neueren Forschungen nicht mehr aufrechterhalten.

Mind Mapping nutzt die schon früh (bei den Griechen, 500 v. Chr.) gemachte Entdeckung, dass sich die Gedächtnisleistung durch eine Kombination aus sprachlichem und bildhaften Denken steigern lässt. Auf diesen Erkenntnissen aufbauend, wird beim Mind Mapping eine Art „Landkarte“ bezüglich einer bestimmten Fragestellung entworfen.

Da das Gehirn also vernetzt arbeitet, ist das herkömmliche, lineare Aufzeichnen von Ideen (Listen) meist nicht sinnvoll. Ist man bei der Analyse eines Problems an die lineare Form einer Liste gebunden, wird der Ideenfluss gehemmt und es gehen möglicherweise wertvolle Gedanken verloren. Denn Gedanken und Ideen werden bekanntlich nicht in wohlgeordneter Reihenfolge erzeugt, sondern wild durcheinander. Bei einer Mind Map kann beliebig zwischen Hauptgedanken und Einzelgedanken hin und hergesprungen werden. Es bleibt somit immer möglich neue Ideen und Details hinzuzufügen. Durch die Anordnung – die wichtigsten Gedanken bilden die Hauptäste, die Details die Unteräste – erfolgen Abrufung und Sondierung von Informationen wesentlich schneller als in linearer Form.